MMM im September: die rote (!) Lucida

Unglaublich, letzte Woche noch konnten wir laue Sommerabende genießen. An einem solchen Abend trug ich das letzte Kleid aus meiner Sommerproduktion: das Lucida Dress von Friday Pattern Company und zeige es heute auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog zur aktuelle Ausgabe.

Das Kleid scheint es aktuell bei Friday nicht mehr zu geben, jedenfalls ist es heute für mich nicht aufrufbar. Es ist auch schon aus einer älteren Kollektion.

Schön wäre es ja, wenn es gerade in Überarbeitung wäre, denn der Schnitt hat einige Schwächen, wie ich finde:

  1. Die Ärmel sind symmetrisch, auch bei einem Jerseykleid schätze ich richtig konstruierte Ärmel, die ein Vorne und Hinten haben.
  2. Dort, wo die Raffung am Rockteil ansetzt, zieht es das Rockteil nach oben. Ich habe versucht, das mit einem Stück Einlage auf der Rückseite zu mildern, ist aber nicht so wirklich gelungen. Auf den folgenden Fotos kann man das hoffentlich erkennen.
  3. Der hintere Ausschnitt wird einfach eingeklappt und gesteppt, nächstes Mal würde ich eine aufwändigere Versäuberung wählen, oder gleich auch das Hinterteil doppeln.

Auf den Schnitt wurde ich während des diesjährigen Me-Made-May aufmerksam, Dreikah zeigte das Kleid mehrmals auf Instagram.

Insgesamt ist es ein schnell zu nähendes Stück für leichte Jerseystoffe. Das Vorderteil wird gedoppelt und mit drei Nähten werden die Tunnel für die Bänder aufgenäht. Die 2 Bänder werden dann in der Taillennaht mitgefasst und oben kann man den Ausschnitt dann beliebig raffen. Das funktioniert sehr gut und ich mag, dass der Ausschnitt je nach Laune und Anlass verändert werden kann.

Ich habe in die Seitennähte Taschen eingefügt, die auch in der Taillennaht befestigt sind. Weil – ja: weil ich es kann!

Ich finde es toll, dass ich bei meinen Kleidern Taschen einfügen kann. Es geht zwar auch ohne, aber gerade momentan ist es doch ganz praktisch, wenn ich da den unvermeidlichen Mund-Nasen-Schutz unterbringen* kann. Gefällt mir besser, als die Mode, ihn in der Ellenbogenbeuge zu tragen 😉.

Und irgendwie fühle ich mich mit hinzugefügten Taschen ein bisschen “rebellisch”! Pfffft – sind doch tatsächlich die Hosentaschen von Männern größer als die von Frauen?! Das Thema Kleidung und Taschen finde ich schon sehr spannend, da würde ich gerne noch ein bisschen was dazu lesen und lernen.

Der Stoff ist ein roter Jersey mit Elasthananteil von Lebenskleidung. Es ist einer meiner frühesten Stoffkäufe und ich habe so lange überlegt, was ich daraus nähe! Die Farbe ist Chilirot – und die Farbe macht das Kleid trotz der dargestellten Mängel zu einem echten Lieblingsstück!

Dieses Rot könnte gerne in meiner Garderobe den “neutralen” Grundton darstellen. Leider findet man diese Farbe ja nicht so häufig, ist gerade nicht angesagt. Aber denselben Jersey gibt es tatsächlich noch!

Wie ist das bei Euch? Seid Ihr schon im herbstlichen Nähen? Ich merke, dass ich nach den Sommerkleidern eine Pause zur Saison-Umorientierung brauche. Die nutze ich, um ein paar Änderungen endlich umzusetzen und für einen neuen Schwung Mund-Nasen-Dinger – Muss ja sein! Und nebenher schmiede ich Herbst-Winterpläne und verplane meine Stoffe und Schnitte.

Habt einen schönen Mittwoch, und genießt die angekündigten Sommertage, Ihr Nähnerds da draußen!

Herzlichst, Jule

*ich weiß, dass es hygienischere Lösungen gibt und das ist die pragmatische Lösung für meinen Alltag.

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MMM im Juli: Das Zitronenkleid und die Statementärmel

Hallo Sommer! Schon wieder ein erster Mittwoch, schon wieder MMM auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog! Schön, Euch alle wieder zu sehen!

Letztes Jahr habe ich mir aus dem Urlaub in Kanada diesen Zitronenstoff mitgebracht. Es ist eine Baumwollwebware, von der Dicke zwischen Batist und Patchworkstoff. Ich mag die Zitronen so gern! Und bin offensichtlich voll im Trend, denn gerade wird mir passende Werbung mit sehr ähnlichem Muster vom Kaffeeröster gezeigt, ich kann also gerade noch ein passendes Geschirrtuch und Nachtwäsche zum Kleid kaufen 😉 Na sowas!

Genäht habe ich das Designerkleid aus der Mai-Burda: burdastyle 5/2020, Kleid 122 von aybi.

Der Schnitt fällt vor allem durch die sehr weiten Raglen-Ärmel auf. Zwischendurch hatte ich schon arge Zweifel, ob das noch tragbar für mich ist, kann nach dem ersten Tragetest im Alltag nun sagen: absolut! Nur eine Jacke kann man wirklich nicht drüber ziehen, oder ich muss mir da noch was mit Extra-weiten Ärmeln nähen. Wie macht Ihr das mit Statementärmeln?

Der Schnitt ist unkompliziert zu nähen. Da das Oberteil in der Taille und am Ausschnitt gekräuselt wird, habe ich auf eine FBA (Full Bust Adjustment) verzichtet und das passt und hat Luft.

Größenmäßig lag ich zwischen 42 und 44. Nachdem ich das Schnittteil vom Taillenband vermessen und mit meinem Taillenmaß im Sitzen (!) verglichen hatte, ist es eine 44 geworden. Mit eingeengter Taille fühle ich mich nicht wohl. Nun ist es einen Tacken zu weit, das reguliere ich über den Bindegürtel, den ich noch dazu gemacht habe.

Und: Taschen!! Habe ich eingebaut. Dazu habe ich das Taschenschnittteil vom vorausgegangenen Hannah-Wrap-Dress übernommen. Kein Kleid ohne Taschen, das habe ich mir fest vorgenommen und ich freue mich bei jedem Tragen von entsprechenden Kleidern über meinen Vorsatz. Ich finde, die Extra-Mühe zahlt sich im Alltag unbedingt aus.

Die Fotos sind beim recht späten Abendspaziergang im Luitpoldhafen entstanden, darum ist die Qualität etwas verschleiert.

Meine Zitronen und ich, wir machen uns nun gemeinsam auf zum Juli-MMM und auch bei Sew your Wardrobe Basics von Steff sind wir mit dabei, denn da lautet das Juli-Motto: Muster!

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