MMM im Juni: Hannah Wickelkleid von by hand London

Es ist schon Juni! Da bin ich heute mit einem Kleid beim allmonatlichen Treffen zum Me-Made-Mittwoch gerne dabei.

Und es gibt gerade noch zwei weitere passende Aktionen in der Näh-Welt, bei #SewYourWardrobeBasics von Steff „Sea of Teal“ waren im Juni Kleider das Thema und auch bei Yvonetsurreal werden gerade unter #4Wochen4Kleider2020 vor allem auf Instagram viele Kleider gezaubert.

Das Wickelkleid Hannah von by hand London ist ein „richtiges“ Wickelkleid für Webware. Es wird mit zwei Mal zwei Bändern innen und außen gebunden, der Rockteil besteht aus gerafften Vierecken.

Insgesamt ist es recht einfach zu nähen.  

Wickelkleid „Hannah“ von by Hand, London

Was es für mich dennoch zu einem verhältnismäßig aufwändigen Projekt gemacht hat:

  1. Ich wollte es mit einer FBA (full bust adjustment –> Anpassung für die große Brust) an meinen Körper anpassen und habe darum den oberen Teil zur Probe genäht.
  2. Meine Overlockmaschine, die ich sonst zum Versäubern der Nahtzugaben nutze, ist in Reparatur. So sind sowohl das Probeteil als auch das Kleid komplett mit französischen Nähten gearbeitet.
Das Innenleben mit französischen Nähten

Das Probeteil hat eine Bluse gegeben. Den Stoff kaufte ich bei einem Treffen von Näherinnen in Augsburg bei Karlotta Pink im Frühjahr 2018. Es ist eine sehr luftige Baumwolle, vermutlich ein Batist? Ganz zart und weich und angenehm! An das Oberteil habe ich einen gestückelten Stoffstreifen aus den Resten gerafft, soviel wie noch da war. Die Ärmel sind um vier bis fünf cm gekürzt, das wäre gar nicht nötig gewesen. Auch sind die Ärmel circa drei Zentimeter schmaler, da der Stoff nur auf 1,1 Meter breit lag.

Tragbares Probeteil

Das Kleid ist aus einer stonewashed-Viskose in klatschmohnrot. (gekauft bei 1000stoff) Der Stoff ist super zu bearbeiten, besonders doll mochte ich das Geräusch beim Schneiden – ganz satt und präzise hat das geklungen *hach!*

Meine Änderungen am Schnitt:

  1. Aus dem kurzen Ärmel habe ich einen Flügelärmel gemacht. Die Anleitung fand ich in dem Buch „Kleid- Grundschnittvariationen“ von Harumi Maruyama. Das Schnittmuster bietet ansonsten Ärmel in drei Variationen, die weiten Ärmel, die ich bei der Bluse verwendet habe, einen kurzen Ärmel und Tulpenärmel.
Veränderungen am Ärmel –> Flügelärmel aus normalem, kurzem Ärmel

2. Vorder- und Rückteil sind jeweils um vier Zentimeter verlängert, das Vorderteil hat wie gesagt eine FBA bekommen. Die Mehrweite, die bei einer FBA sonst wieder weg konstruiert wird, habe ich gelassen.

3. Beim Rückenteil habe ich eine Veränderung bei rundem Rücken und Hohlkreuz ausprobiert. Das hatte ich vorher noch nie gemacht. Dabei entsteht ein Abnäher an der Schulter. Ich habe den Eindruck, dass die Passvorm am hinteren Ausschnitt besser ist, er schmiegt sich schön an und steht nicht ab, was sonst häufig der Fall ist.

Änderungen am Oberteil

4. Und damit das Kleid seine Gesamtlänge behält, habe ich die vier Zentimeter, die ich im Oberteil hinzugefügt habe, beim Rockteil unten einfach wieder weg genommen.
Soweit, so gut: Mein Denkfehler war, dass die Taschen in den Seitennähten nun auch vier Zentimeter weiter unten hängen arghhh – Egal, das bleibt so!

Das rote Kleid durfte mich bereits zu einem schönen Sommerabend-Pfingst-Ausflug begleiten, ich habe mich sehr wohl gefühlt.

Allerdings: Ohne „Darunter“ im Sitzen funktioniert das Wickelteil nicht mehr sehr zuverlässig.

Nun bringe ich die rote Hannah noch in die Gesellschaft der Frauen vom Me-Made-Mittwoch und freue mich auf die illustre Gesellschaft dort!

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