Me-Made-Mittwoch No. 1 im Ninjakleid

Meine Lieblinge aus dem letzten Jahr sind zum großen Teil eingemottet und teilweise nicht fotografiert, darum bin ich heute mit einem neuen Stück beim ersten Me-Made-Mittwoch in 2021 dabei.

Ich freue mich auf schöne und inspirierende Begegnungen!

In der freien Zeit zwischen den Jahren kam bei mir die Nählust wieder und es warten einige zugeschnittene Teile aus Jersey auf mich.

Fertig geworden ist dieses Ninjakleid nach einem Schnitt von Lindy Stokes, den ich im Shop von Frau Crafteln gekauft habe.

Der Plan war, das Kleid im beerenfarbenen Stoff zu nähen und die Ärmel in Bordeaux. Nachdem ich allerdings das Rückenteil zweimal gleich zugeschnitten hatte, hatte sich dieser Plan erledigt und das Rückteil und die Ärmel sind beides bordeauxfarben geworden.

Vor etwas über einem Jahr habe ich mir eine Coverlockmaschnine gekauft, mit der ich so langsam warm werde. Sowohl mit der Over- als auch mit der Coverlock-Maschine habe ich eine recht lange Zeit gebraucht, mich an die Nutzung zu gewöhnen. Darum habe ich es vermieden, Jersey und Sweatstoffe zu nähen – was natürlich auch nicht dazu geführt hat, dass der Umgang leichter von der Hand ging.

Mittlerweile habe ich meine Strategien entwickelt und freue mich an den Ergebnissen ohne kippende Bündchen und wellige Säume. Ihr wollt mein großes Geheimnis wissen?

Pssst: Ist gar kein Geheimnis, aber tatsächlich teste ich jeden neuen Stoff und sein Verhalten sowohl an der Overlock, als auch an der Coverlock, bevor ich das Kleidungsstück nähe. Meistens passen die Einstellungen und ich kann gleich loslegen – aber wenn sie nicht passen, erspare ich mir manches Auftrennen.

Ninja ist ein Kapuzenkleid mit Raglanärmeln, das auch als Top genäht werden kann. Es wird aus elastischen Stoffen genäht, wird aber dennoch durch Brustabnäher und durch eine Taillierung ein wenig auf Figur gebracht. Die Kapuze ist am Vorderteil angeschnitten, das ergibt durchaus interessante Schnittteile. Der Kapuzenkragen ist “wassserfallend”.

Ich mag das so sehr gerne. Es gibt dem sportlichen Pulli-Look eine schickere Note und macht es recht kleidsam.

Details zum Schnitt:

Genäht habe ich eine Größe drei, insgesamt habe ich fünf Zentimeter an Länge unten angefügt. Die Ärmel habe ich für meine relativ kurzen Ärmel um neun Zentimeter gekürzt. Beim nächsten Mal könnte ich die Taille um zwei cm weiter nach unten versetzen, im Alltag wird das aber wohl niemandem auffallen. (Meine zugrundeliegenden Maße kannst Du hier nachsehen.)

In die Seitennaht habe ich zwei Zentimeter unter der Taille Nahttaschen eingefügt.

Schön, dass Du hier vorbeischaust!

Ein herzlicher Gruß in die Runde von

Jule

10 Kommentare

Weihnachtskleid-Sewalong (#wksa) – Finale

Weihnachten schon fast vorüber und auch das Finale des diesjährigen WKSA, des Weihnachtskleid-Sewalongs auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog.

Ich freue mich, dass er auch dieses Jahr stattgefunden hat und dass ich mit meinem Kleid dabei bin.

Brauche ich ein spezielles Kleid für Weihnachten?

Nein, überhaupt nicht. In der Tat brauche ich das auch in “traditionellen” Jahren nicht. Weihnachten verbringe ich meist sehr unspektakulär zuhause mit leckerem Essen, Spazierengehen und viel Gemütlichkeit.

Aber ich mag es, dass ich aus den letzten Jahren (bis auf 2019) meine speziellen Weihnachtskleider und einen -Rock habe und es macht mich beim Tragen froh, dass sie beim “gemeinsamen” Nähen entstanden sind.

Dieses Jahr also das Hoodie Dress von Assembly Line (hier beschrieben). Es ist schon jetzt ein Liebling im Schrank und ich freue mich, wenn ich es irgendwann mal auch richtig unter Leute ausführen kann. Bis dahin begleitet es mich beim Arbeiten und Couchen zuhause und auf Spaziergängen um die Parkinsel.

Ich habe tatsächlich für dieses Weite Kleid ein Probestück genäht und ich bin froh darum. Von der Kapuze bis zum Armloch habe ich die Größe L genäht, die dann bis zur Taille zu M ausläuft. Hinten in der Taillenmitte habe ich zwei Zentimeter per Hohlkreuzanpassung weg genommen, an den Ärmeln habe ich zwei Zentimeter in der Weite hinzugefügt. Dort ist jetzt möglicherweise ein wenig zu viel Stoff. Dafür spannt beim Bewegen und Arme nach vorne strecken nichts. Das mag ich bei Webwarekleidung überhaupt nicht, wenn ich den Eindruck habe, dass ich nicht mehr die volle Bewegungsfreiheit habe, was hier glücklicherweise gar nicht der Fall ist.

In die linke Seitennaht habe ich einen Reißverschluss eingefügt. Das wäre nicht nötig gewesen, doch auch hier mag ich es, wenn ich mich nicht eingeengt beim An- und Ausziehen fühle. Tatsächlich ziehe ich Kleider ohne Elastizität und ohne Knopfleistes oder Reißverschluss nicht so gerne an. Ist das nicht toll, dass ich es mir genau so gestalten kann, wie ich es gerne habe?!

Die Nähte sind teilweise rot abgesteppt und hinten an der Kapuze ist ein roter Aufhänger – eine ehemalige Gürtelschlaufe eines nie vollendeten roten Jeansrockes.

Ich hoffe, Ihr hattet alle schöne Feiertage und könnt die Zwischen-Jahreszeit genießen.

Trotz allem.

13 Kommentare

Weihnachtskleid-Sew-Along (#wksa2020) Zwischenstand

Am gestrigen Samstag schenkte ich mir Nähzeit und bin ein gutes Stück voran gekommen mit dem Weihnachtskleid.

Nach Probeteil und Anpassungen musste das Stück eine Weile ruhen, doch nun bin ich wieder zuversichtlich, das Hoodie Dress von Assembly Line bald fertig stellen zu können.

Mein gewählter Stoff ist ein leichterer Jeansstoff (Washed Cotton Denim Dark von Mind The Maker) in einem wunderbaren, typischen Jeans-Dunkelblau.

Das Nähen dieses Stoffs geht gut von der Hand, der Stoff lässt sich prima verarbeiten und gut bügeln.

Ich habe mich für rote Absteppungen entschieden. Da ich jedes Mal den Faden wechseln muss,  nähe ich an verschiedenen Stücken immer die erste Naht und steppe dann alle möglichen Nähte gemeinsam ab, um dann den Faden wieder zu wechseln und den nächsten Schwung möglicher Verbindungsnähte zu machen und so weiter.

Als nächstes kommt der Beleg an die Kapuze und die Kapuze ans Kleid. Dann sind die Ärmel einzusetzten und Ärmel- und Saumbund anzubringen. Im folgenden linken Foto seht Ihr meine To-Do-Liste.

Theroetisch gar nicht mehr soviel. Praktisch: Mal schauen, welche Tücken sich noch auftun!

Ich freue mich jetzt auf meinen Spaziergang durch Eure Zwischenstände und wünsche rundum einen schönen Nikolaus-Adventssonntag, macht es Euch gemütlich und muckelig!

10 Kommentare

Weihnachtskleid-Sew-Along (#wksa2020) Schnittwahl, Probeteil und Anpassungen

Wie schön, dass die Tradition des gemeinsamen, virtuellen Weihnachtskleid-Nähens auch in diesem Jahr Bestand hat!

Sew-Alongs sind schon eine feine Sache: viele Menschen nähen gemeinsam unter einem bestimmten Motto ein oder mehrere Stücke. Im letzten Jahr bin ich über das Schnitt-Kopieren nicht hinaus gekommen und habe den vorgesehenen Stoff inzwischen anders verwendet. Mal schauen, wie weit ich dieses Jahr komme, es schaut ganz gut aus.

In diesem Beitrag fasse ich Teil 1 – Pläne – und 2 – Es läuft wie am Schnürchen oder es wird Hilfe gebraucht – zusammen.

Pläne

Auf Instagram zeigte ich bereits die Schnitt- und Stoff-Auswahl für mein Weihnachtskleid 2020. Es gibt zwei Schnitte von The Assembly Line , die ich demnächst gerne nähen möchte:

  • D:102 Hoodie dress in dunkelblauem Jeansstoff
  • D105 Tulip dress in rotem Leinen mit Fischgratmuster
Schnitte und Stoffe

Entschieden habe ich mich erst Mal für das Hoodie dress. Das hat lange Ärmel und ist somit saisonaler. Mit dem Tulip dress kann ich ja dann während der Feiertage hoffentlich starten.

Probeteil

Bei Schnitten aus unelastischer Webware hatte ich in letzter Zeit häufiger Probleme mit der Bequemlichkeit. Das Ergebnis spannte am Rücken und vorne in der Armbeuge. Darum habe ich, obwohl es sehr leger geschnitten ist, ein Probeteil gemacht.

Also, ich weiß jetzt definitiv, warum der gängige Stoff für Probekleider meistens einfach nur simple weiße oder ungefärbte Baumwolle ist. Darum sind die Tragebilder heute in schlichtem Schwarz-Weiß gehalten, die gesamte Farbenpracht dieser Bettwäsche ist doch etwas viel 😉. Auf dem diesem Bild könnt Ihr einen Eindruck bekommen. Aber hej, der Stoff wurde von Paloma Picasso persönlich signiert!

der Stoff der Bettwäsche ist rot mit schwarz-gelben Ornamenten. Dicke, weiße Streifen mit schwarzem Rand verlaufen längs über den roten Teil.

Mit meinen Maßen war ich am oberen Ende der M-Skala und habe L zugeschnitten, in der Hoffnung, dass der Rücken breit genug ist.

Folge: Der Schulterbereich passt ganz gut, auch mit einem Shirt darunter und unterhalb des Armlochs ist das Kleid natürlich einiges zu groß.

(Ihr dürft nicht über die Fotos lachen!!)

Tragebild Probeteil

Außerdem sieht man, auch wenn es gar nicht figurbetonend ist, dass ich ein Hohlkreuz habe. Dort staucht der Stoff.

Tragebild Probeteil 2 und Detailansicht Rücken seitlich

Geplante Änderungen

Was werde ich also vor dem “richtigen” Zuschnitt ändern?

  • Beim vorderen und hinteren Oberteil wechsle ich zwischen Armloch und Taille die Größe von L zu M. Ausgeschnitten ist die Größe L, die pinke Linie ist die Größe M. Mit der blauen Linie habe die beiden Größen verbunden und werde unten M ausschneiden, der blauen Linie folgen und den oberen Teil belassen.
    Mir scheint das logisch, ich bin gespannt, ob das funktionieren wird?!
    Meine Methode nenne ich “intuitive Schnittmuster-Anpassung”, bisher hat tatsächlich es immer noch funktioniert.
    Was meint Ihr? Kann das funktionieren oder ist da irgendwo ein Denkfehler?
Änderungen am Schnitt (Oberteil)
  • Die Rockteile, Taschen und die untere Blende schneide ich in M zu. Ärmel und Kapuze bleiben in L. Die Ärmel bekommen möglicherweise noch zwei Zentimeter mehr Weite, da gibt es zum Beispiel bei pattydoo eine Anleitung
  • Damit der Stoff im Rücken nicht zu sehr staucht, nehme ich in der hinteren Taille zwei Zentimeter weg. Ihr seht die blaue Linie auf dem rechten Foto, das Stückchen kommt weg.
    Das beswingte Fräulein hat für die Hohlkreuzanpassung eine sehr umfassende Anleitung erstellt. Überhaupt sind die Anleitungen auf diesem Blog großartig gemacht!

Das Rückenteil wird nicht im Stoffbruch zugeschnitten, sondern hat eine Naht. (rechtes Bild) Seht Ihr, dass die Nahtlinie nicht ganz gerade verläuft? Das heißt, ein bisschen Hohlkreuz ist beim Schnitt wohl schon mitgedacht. Das habe ich noch nie gesehen, solche Details mag ich ja.

“Es läuft wie am Schnürchen oder es wird Hilfe gebraucht” lautet die Fragestellung für das zweite Treffen des Sew-Alongs. Ich würde sagen: Es geht langsam voran, da das nächste Treffen am 06.12. – “Auf der Zielgeraden oder noch kurzfristig für was ganz anderes entschieden” – stattfinden soll und das Linktool ja auch immer ein paar Tage offen ist, sieht es ganz gut aus.

Ich freue mich, dass die Crew vom Me-Made-Mittwoch-Blog auch dieses Jahr wieder zum gemeinsamen Weihnachtskleid-Nähen aufruft und reihe mich gerne mit ein in die Illustre Runde. Vielen Dank für Euren Einsatz!

2 Kommentare

MMM im Oktober: Palermo Knit Jacket in zwei Variationen

Mit den kühler werdenden Tagen kam die Lust auf eine kuschelige Strickjacke, in die ich mich gemütlich einwickeln kann.

Die Strickjacke “Palermo Knit Jacket” von Style Arc lachte mich an und ich kaufte das Schnittmuster und einen schönen Merinostrickstoff in einem dunklen Lila. Bevor ich in das edle Stöffchen schnitt, wollte ich ein Probeteil nähen.

Ich hatte noch ein Stück schwarzen Samt da, der zwar nicht dehnbar war, aber einen schönen Fall versprach. Und da die Jacke im Rücken sehr weit geschnitten ist, ging ich das Risiko ein und nähte die erste Version aus dem schwarzen Samt in einer Größe größer – nämlich 14 – als es meine Maße erfordert hätten.

Der Schnitt besteht aus nur zwei Schnittteilen, Rückteil und Ärmel sind in einem Teil und Vorderteil und Kragen im zweiten. Ich mag ja solche ungewöhnliche Schnittgestaltungen.

Die Anleitung ist knapp, wenn man die Markierungen gut auf den Stoff überträgt, ist das Zusammenfügen problemlos möglich. Man sollte wohl schon ein paar Kleidungsstücke genäht haben, um mit der knappen Anleitung zurecht zu kommen, alles in allem aber kein Hexenwerk.

Mit dem Endergebnis habe ich dann allerdings etwas gehadert. Die Optik gefällt mir gut, bei der weiten Passform hat es mich aber doch gewundert, dass ich einen Zug spüre, wenn ich die Arme nach vorne strecke.

Um zu überprüfen, ob dieses Gefühl an meiner unelastischen Stoffwahl liegt, habe ich also noch ein zweites Probestück aus einem günstigen schwarz-Weiß-gestreiften Stoff erstellt. Diesmal in der für meine Maße angegebenen Größe (12).

Doch auch hier merke ich die Jacke beim Tragen und in Bewegung. Außerdem irritiert mich, wie sehr das Rückenteil nach oben rutscht, wenn ich die Arme hebe.

Alles in allem werde ich die zwei Jacken bestimmt tragen, bin aber nicht so restlos überzeugt, dass ich dafür meinen kostbaren Merinostrick verwenden werde.

Änderungen: Bei der Samtversion habe ich die Ärmel um 20 cm gekürzt und in der hinteren Mitte eine zusätzliche Naht.

Das Schnittteil des Ärmels ist sehr breit, es passt nicht auf 150 cm. Bei der zweiten Version habe ich einfach die gesamte Breite ausgenutzt, ich würde sagen, die Ärmel sind um ca. 15cm kürzer als vorgegeben.

Endlich habe ich mal meinen Fernauslöser wieder aktiviert und bin unabhängíger, was das Erstellen von Blogfotos angeht.

Nun freue ich mich auf eine Runde über einen herbstlich inspirierenden Mittwochs-Laufsteg auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog.

10 Kommentare